Ramona Richter

Run Isa, run!

Es hat sich so einiges getan in den letzten Jahren. Aber auch persönlich bei jedem von uns. Vor allem auch bei der heute laufbegeisterten „Isa“ (eigentlich Isabell) aus München.

Bei dem einen mag sich der Alltag über die Jahre häppchenweise umgestalten, Gewohnheiten machen hier und da vielleicht einen kleinen Ausfallschritt und wenn’s hart auf hart kommt, gibt’s abends auch mal Kohlenhydrate 😉

Low Carb oder anderweitige gehipte Trends tangieren die Isa aber mal so gar nicht. Sie macht ihr Ding, so wie es ihr gefällt und deshalb können ihr neuzeitliche Schwankungen auch nichts anhaben.

Sie wirkt in sich gefestigt, steht für sich und ihre klare (manchmal sehr direkte) Meinung ein. Sie nimmt also kein Blatt vor den Mund, ohne dabei aber ungezähmt die Worte heraus zu hämmern.

Na gut, am obligatorischen Mittelfingermittwoch – wie wir es von Instagram kennen – lässt sie ihren Gefühlen freien Lauf. Aber keinesfalls verletzend. Sondern ehrlich direkt. Wenn ihr etwas nicht passt oder ihr unfair erscheint, redet sie auch nicht lang um den heißen Brei, sondern sagt, wie es ist.

Manchmal klingt dann dieses nicht böswillige, aber gehässige Schmunzeln mit, das es gleichzeitig irgendwie sympathisch macht. Ihr Sprachorgan ist halt wie ihr Herz laut genug und letzteres weiß, wo es lang geht.

Aber bitte nicht weiter als 800 Meter

Zumindest damals in der Schule waren nach 800 Meter Schluss. Es gab keinen Grund und auch nicht die geringste Motivation, den Kilometer voll zu machen. Heute dagegen läuft sie Marathon mit kleinen und längeren Umwegen (Ultradistanzen).

Aufgeben bietet sie sich heute auch nicht mehr als Option an. Sie gibt sich auch nicht mehr einfach mit etwas zufrieden, sobald sie es erreicht hat. 

Vielleicht liegt es auch an Isa’s Vorliebe für Medaillen – ihre Sammlung wächst in jedem Fall!

Ich arbeite im Vertrieb und egal, wie toll der aktuelle Monat gelaufen ist: Im nächsten Monat steht wieder alles auf Null und man beginnt von vorne. Das ist dasselbe wie mit Training und Wettkämpfen. Kaum ist man im Ziel, schaut man sich schon nach dem nächsten um.

„Gemeinsam leidet es sich einfach besser.“

Anders ist es mit den Menschen, die sie durch das Laufen kennengelernt hat. Da schaut man sich nicht einfach nach den nächsten um, sondern findet im zufälligen ‚über-den-Weg-laufen‘ Wegbegleiter, mit denen sich manchmal feste Freundschaften entwickeln. Außerdem schweißt der Sport bekanntlich am besten zusammen.

Mit Laura betreibt Isa mittlerweile auch einen Blog, wo sie uns über ihre sportlichen Erfahrungen und Erlebnisse wortwörtlich auf dem Laufenden halten

Verständlich, wenn man gemeinsam den Minusgraden und ständigem Gegenwind trotzt (der sich auch auf dem Rückweg nicht in dankbaren Rückenwind umwandeln möchte). Oder man pusht sich gemeinsam beim Tempotraining auf der Bahn, was man vor Jahren vielleicht noch als sinnloses im Kreis rennen à la Schleudergang gesehen hätte. Genauso sieht man danach tatsächlich aus, aber das Gefühl ist trotz Schmerz und Schweiß genau so beschwingt und erleichternd, wie die frisch im Wind trocknende Wäsche.

Oder man gönnt sich die Frische nach einem Wettkampf in genüsslicherer Form

Es ist also eine Leidenschaft, die man teilt und die manchmal auch Leiden schafft. Aber wer die harten Intervalle hinter sich bringt und der zweifelnden Kopfstimme zu kontern weiß, der möchte das ‚Gefühl danach‘ nicht mehr missen und bekommt von dieser zuweilen als ‚Hassliebe‘ geltenden Vorliebe zwangsläufig nicht mehr genug.

Wie kam es damals aber zu diesem Umbruch?

Irgendwie hatte ich mal meiner Freundin versprochen, gemeinsam mit ihr einen Halbmarathon zu laufen. Dann haben wir halt darauf trainiert. Den Halbmarathon sind wir zwar beide nicht gelaufen, aber irgendwann hatte ich dann doch Blut geleckt und bin drangeblieben. 

Und heute wird sie nicht satt – egal wie man’s nimmt…

Ich kann mich im Training und (meistens) im Wettkampf wirklich gut durchbeißen. Leider auch beim Essen.

Zurecht! Verdient! Denn wer beim 73km Rennsteiglauf alles gibt und dafür unweigerlich eine Zwangslaufpause aufgedonnert bekommt, der darf und muss sogar ordentlich zulangen – sei es nur um die Speicher wieder zu füllen oder um sich manchmal einfach nur den Frust von der Seele zu schlemmen. 

Zwangslaufpausen (bei Isa aufgrund einer Achillessehnenentzündung) fallen jedem leidenschaftlichen Läufer schwer. Man fühlt sich einfach unausgeglichen und zuweilen kippt dann auch die Energiebilanz ins Ungleichgewicht. Denn wenn das leidenschaftliche Laufen fehlt, aber das beherzte Essen bleibt, geht die Rechnung nicht ganz auf. Diese Schwankungen aber gehören einfach dazu (ob auf der Waage oder im Trainingstagebuch), solange wir aus Fehlern oder übereifrigen Schritten (Fehltritten) lernen.

Es gibt ja trotzdem schöne Alternativen

Manchmal ist der Ehrgeiz einfach zu groß

Mitschuld hatte damals ihre eiserne sub-4h-Marathon-Aktion, die ihr ebenfalls einiges abverlangte. Aber ausbremsen lässt sich Isa bekanntlich nicht und glücklicherweise kann sie heute wieder gesund auf ihr nächstes Ziel hinarbeiten: der Marathon in Hamburg am 29. April.

In diesem Sinne? Koffer schon gepackt? Ist schließlich nicht mehr lang hin…

Ich packe meine sieben Sachen und nehme mit?

Sieben Sachen reichen niemals! Ich bin die Frau, die für eine Übernachtung einen riesigen Koffer braucht, weil man ja nie weiß, wie das Wetter wird. Kurze Laufsachen, lange Laufsachen, vielleicht noch ein anderes Outfit, damit man Fotos machen kann? Vielleicht ist auch noch Zeit für Fitness? Und ne Jogginghose zum Chillen braucht man ja auch. Plus „was Schickes“. Falls man mal weggeht. Was natürlich nie passiert. Aber sicher ist sicher.

Wir sehen uns in der Hansestadt wieder! Bis dahin, bleib gesund und wie du bist.

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