Ramona Richter

#rasendgetalkt mit Richard Ringer

Wenn du dir dein Leben getragen von vier Säulen vorstellst, welche sind diese jeweils?

  1. Meine Familie und meine Freundin Nada
  2. Sport
  3. Mein Berufsleben als Betriebswirt
  4. Mein Privatleben mit sämtlichen Hobbys, wie Radfahren, Schwimmen, Lesen, Freunde treffen und die Natur genießen

Was darf bei dir im Alltag nicht fehlen?

Zum Alltag gehören einfach klassisch drei Mahlzeiten (oder auch mehr). Außerdem natürlich ein bisschen laufen.

Was stimmt dich glücklich, was regt dich auf?

Glücklich macht mich ein Lächeln am Morgen von Nada und stimmt mich positiv für den ganzen Tag. Genervt bin ich von Unpünktlichkeit – gerade bei Reisen, wenn es länger dauert.

Deine (heimliche) zweite Leidenschaft?

Ist die Sportwissenschaft und Statistik, da ich es liebe, Daten auszuwerten und Methoden zu lernen (so wie als Betriebswirt im Beruf auch).

Fotocredit: Lukas Kawa

Welche Erfahrung hat dich maßgeblich als Mensch und Sportler geprägt?

Besonders geprägt haben mich die besonderen Ereignisse, die ich als Läufer kennenlernen durfte, z.B. wenn 80.000 Menschen einen anfeuern, wie beispielsweise in Peking 2015 (dort fand die Leichtathletik WM statt; Anm.d.Red.) und man weiter fokussiert bleiben kann. Außerdem sind es die Menschen aus allen Teilen der Welt, mit denen ich mich über Ereignisse und Erfahrungen austauschen kann.

Was gibt dir der Sport?

Der Sport ist mein Leben. Ich darf so viele verschieden Länder bereisen, immer unterwegs mit den besten Athleten, die sich auf ihre unterschiedlichen Ziele motivieren. Es ist toll, ein Teil davon sein zu dürfen. Aber auch einfach ein Dauerlauf im Wald Daheim verleiht Ruhe und Glücksgefühle.

Richard (links) neben dem Sportmediziner und Deutschen Rekordhalter über 50Km (2:49:06h) Paul Schmidt.

Wo liegt deine gesunde Mitte?

Am wichtigsten ist es beim Wettkampf, die für einen beste Leistung abzurufen. Ich halte nichts davon, im Training zu oft an seine Grenzen zu gehen. Das schwächt den Körper eher, als dass es ihn stärkt.

Ein Blick ins Training

Worauf kommt es bei 5000m an? 

Bei 5000m ist es ein Mix aus Ausdauer und Schnelligkeit. Bei Meisterschaften wird aber oft sehr taktisch gelaufen und der Kopf spielt hier eine entscheidende Rolle. Am Ende muss man Kräfte mobilisieren können, der Kick auf der letzten Runde (wie bei der Leichtathletik EM 2016 in Amsterdam) zählt. (Richard belegt bei der EM in Amsterdam über 5000m den dritten Platz; Anm.d.Red.)

10.000m ist aber auch eine Option. Das gilt es dann abzuwägen, wo kurz vorher meine Möglichkeiten für eine Medaille höher liegen – eventuell ist ein Doppelstart auch eine Möglichkeit.

Wie sieht dein spezifisches Training aus? Worauf legst du persönlich Wert?

Ich lege Wert auf eine Kombi zwischen Kraft, Sprint und Grundlagenausdauer. Die Dauerläufe geben mir dann wieder eine gewisse Lockerheit, die ich für die drei Punkte brauche. Einen besonderen Wert lege ich auf meine Trainingsstruktur, die garantiert, dass alles, was ich trainiere, zusammenpasst. Das betrifft natürlich die einzelnen Bausteine im Training, aber noch wichtiger ist, die komplette Saisonstruktur, mit Wochen der Erholung und der intensiven und hohen Belastung.

Was bekommst du häufiger von deinem Trainer zu hören?

Ich bin seit diesem Jahr mein eigener Coach.

Welche Einheiten würdest du lieber aus dem Trainingsplan streichen? Welche liegen dir dagegen besonders gut?

Jede Einheit ist ein wichtiger Bestandteil, um am Ende die beste Leistung zu bringen. Wenn ich aber nicht von einzelnen Einheiten überzeugt bin, schreibe ich mir diese erst gar nicht auf. Aber wenn einen nur Laufen schneller machen würde, würde ich mir den Schweiß im Kraftraum ersparen.

… und der Coach schreibt sich auch Stabi- und Beweglichkeitstraining auf den Plan.

Was sind deine Schwächen als auch Stärken?

Zu meinen Schwächen zählt bestimmt noch die Tempohärte, die es nun gilt aufzubauen. Zu meinen Stärken zählt der Kick auf der letzten Runde und ein sehr hohes Grundtempo, das ich lange halten kann (hohe aerobe Schwelle).

Was motiviert dich?

Meine Ziele sind Motivation genug, um das alltägliche Training anzugehen.

Wie wirst du schnell wieder fit? Dein Regenerationstipp?

Schlaf ist sehr wichtig für einen Leistungssportler. Ich gehe auch regelmäßig schwimmen, was die Muskulatur lockert und zusätzlich die Ausdauer trainiert.

Dein persönlich größter Erfolg bislang?

Der Medaillengewinn in Amsterdam, sowie meine Bestzeit von 13:10 Minuten (gelaufen 2015 im belgischen Heusden-Zolder; Anm.d.Red.)

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