Ramona Richter

Deutsche Meisterschaften in Nürnberg – Wer holt sich die letzten Tickets?

Dieses Mal haben die Deutschen Meisterschaften einen extra Anreiz, denn es ist die letzte Gelegenheit, sich für für die Leichtathletik Europameisterschaft in Berlin (vom 06. bis 12. August) zu qualifizieren und sich dank guter Platzierung auch die offizielle Nominierung zu sichern.

Am 03. Juli 2018 konnten bereits maximal zwei Athleten in den jeweiligen Einzeldisziplinen (Ausnahme: Mehrkampf, Gehen, 10.000m, Marathon) nominiert werden, sofern sie die DLV-Normanforderungen bis zum 01. Juli erfüllt hatten.

Verpflichtend bleibt für alle jedoch die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften heute und Morgen (21./22. Juli) in Nürnberg. Dabei entscheidet sich, wer sich die letzten Tickets holt. Und dafür gilt es neben der vielleicht noch zu erfüllenden Norm auch eine bestmöglichste Platzierung zu erreichen.

Bestens vorbereitet: Ein Großteil der Deutschen Leichtathletik-Nationalmannschaft hat sich in den Schweizer Bergen (Swiss Olympic Training Base St. Moritz) auf die Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin vorbereitet und macht heute und Morgen einen letzten Zwischenstop bei der DM in Nürnberg. #teamwork

Insgesamt können bis zu drei Athleten pro Einzeldisziplin sowie jeweils zwei Staffeln (Frauen/Männer) nominiert werden. Zusätzlich können zwei weitere Athleten mit erfüllter DLV-EM-Norm als Ersatz gemeldet werden. Die endgültige Nominierung in den Einzeldisziplinen fällt am kommenden Dienstag (24. Juli 2018).

-> Die Informationen basieren auf den offiziellen Nominierungsrichtlinien des DLV für die Leichtathletik EM 2018 in Berlin

Wer punktet auf den Kurzstrecken?

Titelverteidigerin Gina Lückenkemper (TSV Bayer 04 Leverkusen) und die aktuelle Hallen-Meisterin über 60m Tatjana Pinto (LC Paderborn) sind bereits für die 100m nominiert, wobei Tatjana auch für die 200m gemeldet ist. Um die verbliebenen Tickets rennen heute um 19:45 Uhr noch Laura Müller (LC Rehlingen), Lisa Marie Kwayie (Neuköllner SF), Jennifer Montag (TSV Bayer 04 Leverkusen), Rebekka Haase (LV 90 Erzgebirge) und Keshia Kwadwo (TV Wattenscheid 01). Alle sind die Norm über 100m (11,35sek) schon gesprintet. Entscheidet ist also, wer von den fünf am Ende die Nase vorne hat!

Tatjana Pinto ist bereits über die 100m für die Leichtathletik EM nominiert. Allerdings ist die 26-Jährige auch für die 200m gemeldet.

Bei den Männern könnte Julian Reus (LAC Erfurt) sich zum sechsten Mal den DM-Titel holen. Aber die Konkurrenz schläft nicht und Aleixo Platini Menga (TSV Bayer 04 Leverkusen), der bereits über 200m nominiert ist, liegt mit seinen 10,09 Sekunden aus dieser Saison vor Julian (10,15 sec). Weitere Anwärter auf die Tickets mit bereits erfüllter Norm (10,25sek) sind Michael Pohl (Sprintteam Wetzlar), Patrick Domogala (MTG Mannheim), Lucas Jakubczyk (SCC Berlin) und Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar). Start ist heute um 19:35 Uhr.

Das Finale über 200m ist am Sonntag auf 18:40 Uhr angesetzt. Ungewiss ist noch, ob die Titelverteidigerin Laura Müller (LC Rehlingen) mit dabei ist oder doch die 400m rennt. Nominiert ist bislang nur Tatjana Pinto. Die Norm von 23,15 Sekunden haben neben Laura auch Nadine Gonska (MTG Mannheim), Jessica-Bianca Wessolly (MTG Mannheim) und Katrin Fehm (ESV Amberg) erfüllt.

Bei den Männern konzentriert sich der Titelverteidiger Julian Reus (LAC Erfurt) nur auf die 100m und plant keinen Doppelstart. Aleixo Platini Menga (TSV Bayer 04 Leverkusen), der bislang noch keinen einzigen DM-Titel hat und Überraschungs-Kandidat Steven Müller (LG Ovag Friedberg-Fauerbach) sind bereits fest für das DLV-Team gesetzt. Michael Bryan (LC Rehlingen) hat zumindest schon einmal die 20,65 Sekunden unterboten. Was zeigen die Jungs am Sonntag um 18:48 Uhr?

Hürden und Hindernisse

Über 100 bzw. 110m Hürden können wir uns erneut auf ein Duell zwischen der Titelverteidigerin Pamela Dutkiewicz (TV Wattenscheid 01) und Cindy Roleder (SV Halle) freuen. Beide wurden bereits nominiert, lassen sich das Showdown aber natürlich trotzdem nicht nehmen bzw. müssen selbstverständlich auch wie alle anderen Ticket-Anwärterin bei der DM am Start sein. Bei den Frauen über 100m Hürden haben Louisa Grauvogel (LAZ Saar 70), Ricarda Lobe (MTG Mannheim), Nadine Hildebrand (VfL Sindelfingen) und Franziska Hofmann (LAC Erdgas Chemnitz) die Norm (13,10sek) bereits erfüllt und möchten sich heute um 19:05 Uhr möglichst weit vorne platzieren, um sich das letzte Ticket zu sichern.

(v.l.n.r.) Pamela Dutkiewic, Gina Lückenkemper und Cindy Roleder bei der Pressekonferenz vom ISTAF Anfang dieses Jahres.

Bei den Männern lässt Titelverteidiger Matthias Bühler (LG Eintracht Frankfurt) nach seinen sieben DM-Titel in neun Jahren verletzungsbedingt seinen Widersachern zwangsläufig den Vortritt. Gregor Traber (LAV Stadtwerke Tübingen) und Erik Balnuweit (TV Wattenscheid 01), der sich ebenfalls sieben Titel (aber in der Halle) anheften kann, sind bereits nominiert. Alexander John (SC DHfK Leipzig) hat die Norm über 110m (13,65sek) zumindest schon geknackt. Start ist heute um 18:55 Uhr.

Hallenmeister Erik Balnuweit (vorne in blau) über 60m Hürden bei den DM in Dortmund 2018.

Am Sonntag um 17:15 Uhr ist das Finale über 400m Hürden der Männer. Titelverteidiger Luke Campbell (LG Eintracht Frankfurt) ist auch schon für die EM nominiert. Georg Fleischhauer (LG Eintracht Frankfurt) und Tobias Giehl (LG Stadtwerke München) müssen nachlegen, denn beide haben die EM-Norm (50,00sek) bisher noch nicht unterboten.

Auch Titelverteidigerin Gesa Krause (Silvesterlauf Trier) verzichtet wie Julian Reus auf einen Doppelstart und widmet sich allein ihrer Paradedisziplin – den 3.000m Hindernis am Sonntag um 16:50 Uhr. Im vergangenen Jahr war die 25-Jährige auch über den 5.000m am Start. Gesa ist wie Elena Burkard (LG Farbtex Nordschwarzwald) und Antje Möldner-Schmidt (LC Cottbus) bereits für die EM gesetzt. Jana Sussmann (LT Haspa Marathon Hamburg) und Maya Rehberg (SG TSV Kronshagen/Kieler TB) haben die Norm (9:45,00min) ebenfalls erfüllt. Eine von beiden hat jetzt noch die Chance, bei der EM dabei zu sein, weil der DLV mit Gesa Felicitas Krause die EM-Titelverteidigerin stellt und somit eine vierte Athletin mit ins Rennen geschickt werden darf.

Gesa Felicitas Krause will ihren DM- und EM-Titel über 3.000m Hindernis verteidigen.

Bei den Männern müssen wir leider auf Tim Stegemann (LAC Erfurt) verzichten, der sich im vergangenen Jahr als Lokalmatador in Erfurt nach einem spannenden Fight mit Martin Grau (LSC Höchstadt/Aisch) den Meistertitel sichern konnte. Martin ist bereits offiziell nominiert und auf Titel-Kurs. Aber auch Patrick Karl (TV Ochsenfurt) und Johannes Motschmann (LG Nord Berlin), die beide zuletzt in Pfungstadt die Norm (8:34,00 min) unterboten haben, wollen sich genauso wie der Norm-Anwärter Fabian Clarkson (SCC Berlin) weit vorne platzieren, um noch ein Ticket für die Heim-EM zu ergattern. Start ist heute um 14:15 Uhr.

Auch Patrick Karl will nach Berlin! Die EM-Norm hat der 22-Jährige erst kürzlich in Pfungstadt unterbieten können.

Über mittel und lang nach Berlin

Angefangen mit den 5.000m der Frauen am Sonntag um 15:35 Uhr.

Bei den Frauen ist bislang nur Denise Krebs (TSV Bayer 04 Leverkusen) für die Heim-EM nominiert und das, obwohl wir die 31-Jährige eigentlich von den 1.500m kennen. Im morgigen Rennen gilt es also weitere Wettkampf-Erfahrungen zu sammeln. Weitere Normerfüllerinnen (15:40,00min) sind Elena Burkard (LG Farbtex Nordschwarzwald), Konstanze Klosterhalfen (TSV Bayer 04 Leverkusen) und Hanna Klein (SG Schorndorf).

Tempotraining in St. Moritz – Denise Krebs und Konstanze Klosterhalfen bereiten sich auf DM und EM vor.

Bei den Männern sehen wir um 16:20 Uhr den Titelverteidiger Richard Ringer (VfB LC Friedrichshafen), der bei der EM einen Doppelstart plant, denn er ist sowohl für die 5.000m als auch den 10.000m nominiert.
Amanal Petros (SV Brackwede) und Marcel Fehr (SG Schorndorf 1846) konnten die 13:40,00 Minuten ebenfalls unterbieten, sind aber noch nicht nominiert. Wobei Amanal einen Platz bei der EM schon sicher hat – nämlich den über 10.000. Clemens Bleistein (LG Stadtwerke München) möchte nachziehen und nimmt die Norm als auch das EM-Ticket ins Visier.

#kampfgeist – Wird’s für Amanal Petros auch ein EM-Doppelstat geben? Über 10.000m ist er bereits vom DLV nominiert worden.

Um 17:35 Uhr steigt das Finale der Frauen über 1.500m. Konstanze Klosterhalfen (TSV Bayer 04 Leverkusen) hat sich die Startoption noch offen gehalten, denn bei der EM möchte sie die 5.000m rennen. Diana Sujew (LG Eintracht Frankfurt) und Hanna Klein (SG Schorndorf; 4:06,46 min), die auch über 500m gemeldet ist, sind bereits offiziell nominiert. Caterina Granz (LG Nord Berlin) hat die Norm (4:09,00 min) zumindest schon einmal unterboten.

Bei den Männern geht Titelverteidiger und Endspurt-Ass Timo Benitz (LG Farbtex Nordschwarzwald) ins Rennen, der aber im Gegensatz zu Homiyu Tesfaye (LG Eintracht Frankfurt) und Marius Probst (TV Wattenscheid 01) noch nicht für die Heim-EM nominiert wurde. Start ist um 17:50 Uhr.

Zieht Timo nach und sichert sich das dritte EM-Ticket?

Wen gibt es auf 400m und 800m zu sehen?

Morgen um 16:00 Uhr können wir uns vielleicht auf ein spannendes Duell zwischen Nadine Gonska (MTG Mannheim) und Laura Müller (LC Rehlingen) freuen, sofern letztere nicht doch bei den 200m an den Start geht. Die 200m sind eigentlich auch das StReckenpferd von Nadine, die aber überraschenderweise jetzt auch auf der Stadionrunde glänzt. Beide sind bereits über 400m für die EM nominiert.

Bei den Männern setzt am Sonntag um 16:10 Uhr Johannes Trefz (LG Stadtwerke München) zum Triple an und ist auch schon für die EM nominiert. Bislang gibt es auch noch keine weiteren Normerfüller.

Und zu guter letzt die 800m der Frauen um 18:10 Uhr und zehn Minuten später das Finale der Männer.

Christina Hering (LG Stadtwerke München) geht als Titelverteidigerin und mit EM-Ticket in der Tasche ins morgige Rennen. Sarah Schmidt (TSV Bayer 04 Leverkusen) und Tanja Spill (LAV Bayer Uerdingen Dormagen) fehlen beide noch eine knappe halbe Sekunden zur EM-Norm (2:01,50min).

Für Christina Hering geht es #rasendnachberlin aber vorher noch zum DM-Titel? Fotocredit: LG SWM

Auch Benedikt Huber (LG Telis Finanz Regensburg) greift das Triple an und hat auch die EM-Norm (1:46,50min) bereits unterboten. Allerdings ist der 28-Jährige im Gegensatz zu Marc Reuther (Wiesbadener LV), der auch schon den Titel aus der Halle im Petto hat und Christoph Kessler (LG Region Karlsruhe) noch nicht offiziell nominiert. Er muss sich also noch behaupten und auch die Norm-Anwärter Robert Farken (SC DHfK Leipzig) und Dennis Biederbick (Wiesbadener LV) in Schach halten.

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