Ramona Richter

Frankfurt Marathon 2017: Team-Work

Am Wochenende war Teamwork gefragt! Wobei man das Wort auch noch einmal in zwei teilen kann, sodass auch das Team und die Arbeit allein einen Platz in Frankfurt einnimmt.

#ASICSfrontRunner meets #ASICStrainingsquad

Zwei Teams trafen spontan und mehr als kurzfristig am Donnerstag Abend in einem roten Volvo aufeinander: Kevin Ellison, der Fahrer des Autos und Mitglied des ASICS Trainingsquad sowie die rasende Reporterin stellvertretend für die ASICS FrontRunner.

Gleichzeitig konnte man auf den vorderen Sitzen auch Ansätze eines Teamworks erkennen: ich versorgte den Fahrer während unseres Trips mit Snacks oder drehte schon einmal die Trinkflasche auf, die ich dann im passenden Moment (auf der rechten Fahrbahn) zu meiner Linken reichte.

#rasendunterwegs mit Kevin Ellison

Gleichzeitig bot die 500 Kilometer lange Strecke und die ein und andere Pause genügend Zeit, den Kevin – Reporterin-gerecht auszufragen. Job hin oder her, hinter meinen Fragen steckt eigentlich immer ehrliches Interesse. Wenn sich dabei zufällig eine besondere Story zeigt, umso besser. Und die war auch beim Kevin zu finden und wird in den nächsten Wochen hier auch noch mal erzählt.

Wenn ich vorab jedoch ein passendes Wort finden müsste, dann würde dieses lauten: „Erlebnis“.

Ausführlicher bedeutet das: ein Weltenbummler, mit dem Hang zur körperlichen Herausforderung sowie einem Fabel für Fotografie. Interessante Kombi, die bei seinem Marathon-Debüt in Athen am 12. November zum Einsatz kommen wird (Das wird die Story sein, die ich schon angedeutet habe 😉

So verging die Fahrt dank netter Gespräche sowie hawaiianischer Reggae-Musik doch schneller als gedacht. Spät wurde es trotzdem und ich war gegen kurz vor halb 1 froh, endlich das Licht meines Hotelzimmers ausschalten zu können.

Assistentenjob

Nach einer recht kurzen Nacht, folgte ein Laufauftakt durch die Frankfurter Innenstadt. Zu meiner Rechten gläserne, meterhohe Häuserfassaden und immer wieder plötzliche Windböen, die den Rhein zu meiner Linken allerdings unberührt ließen.

Nach einer warmen Dusche und einem leckeren Frühstück stand ich ab 11 Uhr assistierend hinter der Kamera von Inger Diederich. Ich fungierte quasi als ihr drittes Auge. Dank meiner Kurzsichtigkeit und fehlenden Skills konnte ich schließlich nicht gleich als zweites kompetentes Augenpaar gelten. Trotzdem zahlte sich das visuelle Trio bei dem ein oder anderen Bild aus.

Allerdings verlor das dritte Auge allmählich seinen Fokus, weil die Linse dank Kälte anfing zu beschlagen. Jedem, der vier Stunden eher regungslos in der Kälte ein Shooting begleitet, würde irgendwann kalt werden. Die der rasenden Reporterin nachgesagten Kälteempfindlichkeit kam nur erschwerend hinzu.

Zum Leidwesen meines Immunsystems, das nach zwei intensiven Trainingswochen und der wenig Stunden Schlaf natürlich extra gefordert wurde. Als ich mich abends plötzlich glühend unter meiner Decke wiederfand, sehnte ich mich plötzlich doch wieder in die Kälte zurück.

Fieber?

Erst einmal abwarten und keine Schwarzmalerei! In diesem Sinne konterte ich mit zwei VitaminC + Zink Tabletten und versuchte zu schlafen.

Team-Meeting im „blauen Saal“ (Messegelände Frankfurt)

Blau machen ging am nächsten Morgen natürlich nicht. Schließlich stand das obligatorische ASICS FrontRunner Abschlusstreffen im Rahmen des Frankfurt Marathons an. An dieser stelle ein großes Dankeschön an ASICS für die Organisation sowie Motivation und sportliche Leidenschaft, die im Austausch mit den buntesten Charakteren extra gepusht wird. Schaut noch mal hier

Ein besonderes Highlight in Frankfurt ist natürlich der Zieleinlauf in der Festhalle. Dieses Jahr wollte ich allerdings anstelle der vollen Distanz, mir die 42,195km mit drei FrontRunner-Kolleginnen bzw. Freundinnen teilen.

Die Festhalle – das Highlight beim Frankfurt Marathon, Fotocredit: Detlef Rahrt

Das Körpergefühl klopfte jedoch bedenklich an die Vernunft und #ballern hätte mich nur gefährlich ins Abseits geschossen. 

Trotzdem mischte ich mich am Samstag erst einmal unter meine Teamkollegen und freute mich einfach, so viele Leute wiederzusehen.

Viele deren persönliche Geschichten hatte ich bereits in einem Beitrag erzählt. Einige nahmen also mindestens eine geschriebene Seite in meinem Kopf ein. Und wenn man dem ein und anderen dann über den Weg läuft, muss man nur kurz blättern und hat ein paar mehr Details, die man mit demjenigen in Verbindung bringen kann. Das macht das Miteinander gleich viel vertrauter, auch wenn man denjenigen bis dato vielleicht noch nie persönlich getroffen hat.

Den Kollegen hier(siehe Foto) trifft man natürlich auch nicht alle Tage! Auch wenn Jan Frodeno seine Saison nicht wie geplant abschließen konnte, hat sich der Vorzeigeathlet auch in diesem Jahr wieder die Zeit genommen, uns mit seiner sympathisch offenen Art gegenüberzutreten. Besonders seinen Worten zuvor im blauen Saal folgen zu dürfen, ist jedes Mal eine Bereicherung für jeden Sportler bzw. Menschen, der mit Herz an die Dinge herangeht.

Gruppenfoto mit einem besonderen Gast und Teamkollegen – Triathlet und Vorzeigeathlet Jan Frodeno

So cool diese Aufeinandertreffe mit Teamkollegen, Athleten und Freunden auch ist, so gefährdend kann er sein. Nämlich dann, wenn man sich selbst nicht fit fühlt und die Möglichkeit besteht, andere anzustecken. Umso ärgerlicher, wenn ich nach Monatelanger Marathonvorbereitung riskiere, dass sie ihr Projekt nicht zu Ende bringen können. Der Kollege hier – Timo Göhler – hat es glücklicherweise trotzdem gerockt, nachdem ich ihn noch im Vorwege interviewen durfte.

Nicht nur Timo Göhler plante in Frankfurt seinen ersten Marathon zu laufen… aber auch unabhängig eines Debüts sollte jeder, der sich auf die Königsdisziplin wagt, am Tag X fit an den Start gehen

Die Vernunft appellierte also erneut zur Rücksichtnahme. Außerdem fühlte ich mich selbst nicht wohl und entschied mich (wie schon bei meiner Anreise) kurzfristig zur Abreise und befand mich bereits am Samstag Nachmittag im ICE zurück nach Hamburg. So wahrte ich Sicherheitsabstand und war froh, viele zumindest noch getroffen und auch als rasende Reporterin bereits genügend Interviews geführt zu haben, sodass ich ruhigen Gewissens an meine Kollegen übergeben und nach Hause fahren konnte.

Rio-Reunion in Frankfurt mit Stephanie Nietzold

Endlich sahen sich die Kamerafrau Steph und die rasende Reporterin wieder. Seit den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro hatten Steph und ich uns vielleicht drei Mal gesehen. Zwar war unser Wiedersehen dieses Mal nur sehr kurz, aber doch ausreichend, um erneut festzustellen, dass uns drei Wochen Brasilien fachmännisch als auch freundschaftlich zusammenführte.

Boxenstop, ehe es wieder zurück an die Arbeit geht bzw. für mich in den Zug zurück nach Hamburg

So musste ich am Ende wohl oder übel zwei Teams zurücklassen. Besonders schwer fiel mir, dass ich eine Geschichte (die mit meinem Zwilling Katharina Nüser) nicht weiter schreiben durfte und ein Staffelersatz für mich gefunden werden musste. Aber auch das Miteinander im ASICS-Team nicht bis zum Ende auskosten zu können, tat weh.

Eine andere Sache, die mir am Herzen lag (weil ich wusste, wie sehr es ihr am Herzen lag), war das Marathon-Debüt von Franzi Reng. Diese besondere Story konnte ich nur per Livestream mitverfolgen. Aber auch die grandiose Leistung von Katharina Heinig, Laura Hottenrott, Jonas Koller, Arne Gabius und einem jeden Wind-und-Asphalt-Bezwinger sei an dieser stelle nur auf schriftlichem Wege Respekt und Wertschätzung überbracht! 

Trotzdem konnte ich in kurzer Zeit vielen bekannten Gesichtern und Freunden über den Weg laufen und mit vielen Eindrücken und Momenten reicher nach Hause aufbrechen

Auf der einen Seite war das halbe Wochenende trotzdem sehr erfahrungsreich. Kurz und knackig – das ist bei mir ja häufiger die Devise. Wobei so auf der anderen Seite viele Details ausbleiben, die eine Geschichte erst abrunden und lesenswert machen. Aber ich hatte es nicht in der Hand und musste auf die zweite Hälfte des Wochenendes verzichten.

Aber nicht jede Geschichte muss gleich zu Ende geschrieben werden 😉 Zumindest konnte ich dem Unwetter rechtzeitig entkommen, der ein Tag später das gesamte Schienennetz lahm legte.

Ich hoffe aber, dass alle anderen nicht nur sicher ins Ziel, sondern schließlich auch heil nach Hause gefunden haben. Wir sehen uns – sowieso!

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