Ramona Richter

Mopo-Staffel HH 2017: #nichtohnemeinteam

Am Mittwoch bin ich das dritte Mal bei der MOPO-Staffel im Hamburger Stadtpark für das ‚Laufwerk‘ gestartet. In altbewährter fünf-Frau-Besatzung galt es 5x5km zu rennen.

Bislang wurden wir immer zufriedene Zweitplatzierte, schielten trotzdem jedes Mal auf die Siegerdamen und feilten schon an Konter-Pläne für das kommende Jahr. Doch trotz ausgeklügelter Taktik, wollte der Plan nie so wirklich aufgehen.

Das Teamwork einer für gewöhnlich Individualsportart verlagert sich dabei mehr in die zielführenden Rahmenbedingungen, sprich: Motivation. Die Staffel-Teilnehmer sind also gegenseitig dafür verantwortlich, den anderen ins Ziel zu brüllen.

Das aktive Teamworking zeichnet sich mehr durch einen lebendigen Teamgeist aus, der zwangsläufig die höhere Motivation bewirkt. Man kämpft nicht mehr nur für sich, sondern für sein Team. 

Fotocredit: Fabian Braun

Wer hat die Staffel-Läufe in der Schule nicht auch so geliebt? Gefühlt hing unser Leben von diesen wenigen Metern ab! Man hatte nur eine Aufgabe:

„Renn, so schnell wie du kannst! Lauf um dein Leben und rette das deines Teams!“

Jeder weiß, wie schnell man tatsächlich laufen kann, wenn man gejagt wird! Da kommen Urinstinkte hoch.

Von Läufer zu Läufer steigt der Lärmpegel und insbesondere der Schlussläufer muss zuweilen rennend für jede verpatzte Sekunde seiner Mitstreiter gerade stehen.

Felicitas war die Älteste im unseren Bunde und hatte das Glück, auf Position fünf zu starten. Sie wusste von unseren Ambitionen und Ninas Worte: „Wir wollen gewinnen!“ trugen nicht unwesentlich dazu bei, dass sie sich natürlich extra unter Druck setzte.

Ich nur: „Ach was, ganz entspannt. Letzten Endes wollen wir ja auch Spaß haben.“

Naja, da mag was dran sein, aber wer schon zwei Mal knapp am Sieg vorbeigelaufen ist, der will seine Revanche – Heute! Hier!

Das ist auch etwas völlig anderes, als bei normalen Volksläufen. Dort erlebt und lebt man das Gemeinschaftsgefühl zwar auch, aber im Team wird das Adrenalin, der Konkurrenzgedanke und der hungrige Siegeswille summiert und schlägt dementsprechend – wie in unserem Fall – fünffach zu.

Fotocredit: Fabian Braun

Grundsätzlich läuft man dem anderen dann lieber nicht zu nah auf. Die Urinstinkte schlagen nämlich gerne auch mal untereinander zu. Windschatten-Laufen und sich eigennützig einen unfreiwilligen Pacemaker angeln, kann in einem hitzigen Fight enden.

Denn wer kennt das nicht, dieses stur-hechelnd-im-Nacken-sitzen und sich-nicht-abschütteln-lassen. Arrr…

Das sich stauende Genervt-sein dreht schließlich am eigenen Puls-Regler und das körpereigene Tacho schlägt aus. Allerdings übernimmt man sich dabei häufig nur, mit der Folge: die Luft ist raus (aber man hat noch mindestens einen Kilometer vor sich).

Zuversichtlich: der Junge kriegt mich nicht! Fotocredit: Fabian Braun

So wie bei mir am Mittwoch…

Irgendein Kollege hielt zwar den Sicherheitsabstand ein, aber trotzdem hing er pausenlos an meinen Versen. Mir war klar, dass er zu gegebener Zeit all seine Restenergie in den Endspurt setzen würde. Das sind solche Momente, wo die rasende Reporterin das erste Mal am Laktat kratzt, um ein Überholmanöver abzuwenden.

Das hat mir bislang zumindest jedes Mal eine neue Bestzeit beschert. Wobei auch im Regen kommt dieser Jagdfieber auf, indem ich gefühlt immer vom Regen weglaufe (wie auch das eine Mal beim Stadtlauf in Norderstedt, wo es ebenfalls für eine neue PB gereicht hat).

Fest steht: Staffel-Läufe haben Bestzeit-Potenzial, euphorisieren und wecken Urinstinkte. Und wenn es am Ende noch für den lang ersehnten Sieg reicht, dann schlagen die Endorphine erneut fünffach zu und man schaukelt das überschwängliche Hochgefühl gegenseitig umso höher.

In diesem Sinne war der Mittwoch Abend ein voller Erfolg. Die Devise für das kommende Jahr lautet nun: Titelverteidigung! 

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