Ramona Richter

Drei Wochen Rio

An dieser Stelle müsste man ja mal ein Fazit ziehen… zu drei Wochen Rio…

Was soll ich sagen… drei Wochen Rio halt!

Besondere Momente, witzige Out-Takes und Nervenraubende Stolperfallen. Diese Reise war nicht nur ein emotionales Abenteuer, sondern auch einer der bereicherndsten Erfahrungen, die ich/wir machen durften.

„Ramona, Steph… würdet ihr für Larasch nach Brasilien reisen und vor Ort von den Olympischen Spielen berichten?“

Die rasende Reporterin am Telefon: Stopp-Taste! Zurück-Spulen! Langsam abspielen… Dein Ernst Dirk?

Und mit dieser Frage haben wir seine quasi beantwortet: Hallo??? Logo!! 

Realisiert haben wir das Ganze glaube ich auch heute noch nicht. Aber spätestens wenn…

Mir Daheim keine bunt bemalte Flaggen-Menschen entgegen kommen…

Mir keiner eine Pseudo-Goldmedaille andrehen möchte (oder etwas anderes…)

Ich mich selbst herausfordern muss anstatt mich mit Olympioniken zu battlen…

Die „Laraschischen-Spiele“ – sechs Athleten stellten sich der Challenge, fünf Mal habe ich verloren und musste meinen Wetteinsatz – eine laraschische Goldmedaille – zeichnen!

Ich in den Kühlschrank schaue und mehr drin ist, als die kleinlich für einen Tag berechneten Magenfüller – wobei die Mango wieder nach nichts schmeckt und die XXL-Maracuja wieder klein ausfällt…

Wenn ich an Kanälen entlang laufe, die weder verdächtig nach Schwefel müffeln noch von gefühlt 100 Sicherheitskräften umzäunt sind…

Samba höchstens Mal im Radio läuft anstatt als Live-Act auf den Straßen…

Es morgens um halb 8 bereits 22 Grad sind oder der Wetterheini mal wieder macht, was er will und am nächsten Tag einfach zehn Grad abzieht und Regenwolken vorbei schickt…

Mir in Deutschland mehr Mücken an den Kragen wollen, als ich drei Wochen zuvor noch von Rio befürchtete…

Wenn mein einst durch das Mirko verlängerter Arm nun doch wieder geschrumpft ist…

Ich unterwegs wieder WLAN habe und Zuhause nicht Angst bekommen muss, dass ein Stromausfall wieder das ganze Hochhaus lahm legt und wir im Dunkeln sitzen…

Wir deshalb die 13 Etagen zu Fuß gehen, anstatt den Fahrstuhl zu nehmen und ganz oben die Sorge haben, dass der Blitz gerade unser Apartment lukrativ findet, um sich zu entladen…

Ich neue Weltrekorde nicht hautnah miterlebe…

Besonders mein WLAN-Router nicht bei jeder günstigen Gelegenheit spinnt und ich mich wieder beim Nachbarn alias Abrahim einhacken muss…

Ich ruhigen Gewissens das Wasser aus der Leitung trinken darf bzw. aber leider auf den Ingwertee von Steph verzichten muss…

Ich den Bus nehme und sicher sein kann, auch dort anzukommen, was der Plan vorschreibt bzw. man mich in die richtige Richtung lenkt, anstatt in die genau entgegen gesetzte…

Ich mich wieder zu früh freuen darf, gleich anzukommen, ohne gefühlt den dreifachen Weg noch vor mir zu haben…

Ich unterwegs aber wieder auf mich allein gestellt bin, anstatt Orientierungs-Pro Steph mich sicher von A nach B führt…

Ich etwas auf WordPress hochlade, es zur selben Zeit in ganz Deutschland online ist und nicht dank Zeitverschiebung erst fünf Stunden später…

Ich zwischen dem Workflow am PC wieder alleine den Sonnengruß beim Yoga durchlaufe, anstatt mit Steph – mich generell wieder solo durschlagen muss, anstatt alles im Teamwork zu meistern…

Work done!

Ich keinen sympathisch, sächsisch Akzent mehr in den Ohren habe und mich kein lautes Handy-Gezwitscher um halb 7 weckt…

Mich gleichzeitig wieder das Hamburjjer „Moin Moin“ grüßt anstatt das „Bom dia“ gefühlt an jeder Ecke…

Ich keine Nachtschichten einlegen muss, um meiner Kollegin mental Beistand zu leisten, die noch immer fleißig am Film schneidet…

Ich am Tag nicht zwingend am laufenden Band produzieren muss, sondern das Fließband auch eine Stopp-Taste hat…

Ich wieder abwechselnd Laufschuhe tragen kann bzw. die aus Rio mittlerweile austauschen muss…

Ich auf den höchsten Berg klettern werde, den ich finden kann und trotzdem nicht DEN Ausblick habe, wie die Christus-Statue…

Ich wieder mit Euros zahlen kann anstatt mit brasilianischen Real, die für einen Wert gleich mehrere Münzen haben…

Dann… spätestens dann werde ich/werden wir begreifen, welch geniale Zeit wir GEMEINSAM erleben durften! Eine Zeit, die uns nicht nur arbeitstechnisch, sondern besonders auch freundschaftlich zusammenschweißte – bei der Hitze teilweise natürlich auch kein Wunder!

Aber bevor ich hier ende, gebe ich noch mal ab zum Sport!

Die Olympischen Spiele in Rio lehrten uns genau drei Dinge:

Freundschaft, Unvoreingenommenheit und ehrliche Leidenschaft!

Danke, dass wir diese Erfahrung machen durften. Wir hoffen, dass wir Euch mit unseren Beiträgen den Sport, die Sportler einmal aus einer anderen Perspektive zeigen konnten. Und sich der Sport besonders auf letzteres – der ehrlichen Leidenschaft – besinnt und dass die Berichterstattung vielleicht auch ein wenig mehr in die Tiefe geht und versteht, was den Sport ausmacht.

Und jetzt heißt es, ab in den Flieger! 12 Stunden, an der brasilianischen Küste entlang, über den Atlantik bis nach Frankfurt und zurück nach Hause!

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