Ramona Richter

Trainingsalternativen – bewusst auf Abwegen

Sowohl der Kraftsportler (Andreas) als auch Ausdauerathlet (rasende Reporterin) profitiert von ‚Kontrasten‘. Mit Kontrasten sind (wie in unserem Beispiel) nicht nur ungewohnte Kraft- bzw. Ausdauer-Einheiten im Trainingsplan gemeint, sondern jede sportlich ‚reizvolle‘ Abwechslung. Das fängt innerhalb der eigenen präferierten Sportart an (beispielsweise, indem man als Läufer einfach mal den Untergrund wechselt) und hört bei ganz neuen, unüblichen Bewegungen auf.

Eine bewusste Auszeit ist kein Zeitverlust

Bewusste Alternativen grätschen in unsere festgefahrene Routine und erlauben sowohl Körper als auch Geist eine bewegte Auszeit, was uns nicht nur für unser eigentliches Steckenpferd physisch stärkt, sondern auch neu motiviert. Zudem muss der Kopf dank ungewohnter Bewegungsabfolgen aufmerksam mitarbeiten und spult nicht nur seinen alltäglichen Trott ab.

Nutze die Möglichkeiten, die sich dir heutzutage anbieten 

Neue Reize fordern uns also körperlich als auch mental neu heraus und sind in Sachen Leistungssteigerung maßgeblich. Sofern das eigene Training nämlich immer gleich bleibt und keine neuen Reize erfährt, stagniert ab einem gewissen Punkt auch unsere Leistungsfähigkeit.

Fordere dich immer neu heraus

Als fokussierter Läufer oder Kraftsportler bedeutet das, innerhalb seines Trainings durch zeitweise höheren oder ungewohnten Belastungen Anpassungsprozesse zu provozieren. Das sind beispielsweise beim Läufer ein bis maximal zwei Mal in der Woche ein intensiveres Tempotraining auf der Bahn oder beim Kraftsportler höhere Gewichte bei weniger Wiederholungen (oder nach der Aufbauphase bzw. ‚Massephase‘ ein kurzzeitiges Maximalkrafttraining, um mehr Muskelfasern innerhalb eines Muskels anzusprechen bzw. zu rekrutieren).

Dieses ‚Quälen‘ allein reicht aber nicht für den langfristigen Erfolg. Bedeutet, die gewünschte Leistungssteigerung durch Trainingsvariation gebührt nicht nur der eigenen, präferierten Sportart. Auch ganz andere Sportarten und völlig fremde Bewegungsabfolgen tragen zur Leistungssteigerung bei.

Was gibt es sonst noch? 

Probiere dich neu aus. Widme dich Dingen, die sonst auf der Strecke bleiben. Jeder andersartige Reiz schult den Körper darin, effektiver auf ungewohnte Reize, überdurchschnittliche Belastungen (sei es nur eine falsche/komische Bewegung oder aber ein Wettkampf, ein höheres Trainingspensum oder ungewohnte Intensitäten) zu reagieren.

Wie steht es um deine Beweglichkeit? Fotocredit: Inger Diederich

Gleichzeitig schützt diese Prävention vor trainingsbedingten Verletzungen und umgeht ungewollte Zwangspausen. Das schafft Kontinuität im Training und man kann konstant an seiner Sport-Spezifik feilen, auch wenn man dafür unterwegs Zeit auf Abwegen ‚verloren‘ bzw. sinnvoll investiert hat.

Ich habe es an meiner eigenen Laufleistung gemerkt: obwohl ich deutlich weniger laufe, dafür mehr schwimme und regelmäßig mein Stabi- und Beweglichkeits-Programm durchziehe (eine Art Yoga) aber auch mal etwas ganz anderes zur Abwechslung mache, stimmt die Entwicklung und gleichzeitig freue ich mich jedes Mal, wenn ich wieder in meineLaufschuhe schlüpfe. Die Abwechslung tut einfach gut und nimmt dem ganzen an engstirniger bzw. einspuriger Verbissenheit.

Fazit

Ein Läufer wird nicht allein durchs Laufen schneller oder kommt weiter, auch wenn er unterm Strich immer noch die meiste Zeit mit gelaufenen Kilometern verbringt. Weniger ist manchmal mehr bzw. das mehr sollten jene Alternativen bzw. bewusste Ergänzungen ausmachen, die in der Summe eine langfristige Leistungsfähigkeit bedingen. Es fängt bei den kleinen, scheinbar banalen Dingen an, die wir JETZT berücksichtigen und die sich SPÄTER auszahlen. Alternativen sind kein Plan B, sondern gehören mit auf Plan A.

Fotocredit des Beitragsbildes: Inger Diederich

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