Ramona Richter

#rasendnachberlin zu der Leichtathletik Europameisterschaft

#rasendamStart bei der 24. Leichtathletik Europameisterschaft in Berlin. Fotocredit_privat

Was ein Sport! Was ein Wetter!

Unter mehr als schweißtreibenden Bedingungen wurden vom 06. bis 12. August in Berlin Höchstleistungen vollbracht. Aber nicht nur die gefühlt knapp 40 Grad im Hexenkessel alias dem Olympiastadion ließen die körpereigenen Prozesse auf Hochtouren laufen.

‚Mitschuld‘ war das stimmungsvolle Mitfiebern der Zuschauer und Fans auf den Rängen – euphorisierend, mitreißend und vor allem auch motivierend, insbesondere für die Athleten.

Ein Fieber also, was die Kerntemperatur des Olympiastadions maßgeblich mitbestimmte bzw. die wetterbedingte Außentemperatur entschädigte und die Sportler dazu animierte, durchzubeißen.

Philipp Baar beim Marathon am Sonntag, offiziell der letzte Tag der EM-Woche (12. August). Fotocredit_privat

Trotz Höchsttemperaturen glänzten die Sportler mit Höchstleistungen und im Hexenkessel bzw. Brutkasten wurden Europameister geboren.

Gleich zu Beginn der EM-Woche fanden am „Tag Q“ die ersten Qualifiktionsrunden statt und eine bewegende Eröffnungsfeier konnte selbst dem größten Kritiker ein neugiereigen Blick abgewinnen.

Am ersten offiziellen Wettkampftag (Dienstag, 07. August) glänzten die Geher im Rundentakt (à zwei Kilometer) über eine 50km lange Strecke. Glänzend, dank Schweiß und weil die Leistung, die ein jeder an diesem Morgen den Zuschauer am Breitscheidplatz darbot, großen Respekt verdient.

Über vier Stunden trotzten sie der prallen Sonne und überraschten insbesondere auch aus deutscher Sicht mit starkem Schrittwechsel – mit Carl Dohmann als Fünftplatzierter und Nathaniel Seiler auf Rang sieben.

#nichtohnemeinteam

Mitfiebern, Daumen drücken – so auch das Lauf-Ass Jan Fitschen (Europameister über 10.000m, 2006) und die „Rasende Reporterin“. Fotocredit_privat

Aber auch die Zuschauer machten keinen Anschein zu schwächeln, sondern jagten die Athleten ins Ziel und feierten mit Ihnen bis in die Nacht hinein. Sie unterstützten brutzelnd in der Sonne vom Streckenrand oder den Rängen im Olympiastadion aus und brachten so den Stimmungspegel ans Limit bzw. den „Hexenkessel“ zum Kochen.

Wo Erinnerungen wach werden und Träume wahr

Bronze für die Deutsche 4x100m-Staffel. Fotocredit_Thomas Sobczak

Im historischen Olympiastadion wurden die Athleten auf die prestigereiche blaue Bahn geführt, auf der Usain Bolt den noch immer bestehenden Weltrekord über 100m gerannt ist (9,58sek bei der Leichtathletik WM 2009).

Damals war der ein oder andere live im Stadion dabei und träumte davon, sich eines Tages selber vor heimischer Kulisse mit der internationalen Spitze messen zu dürfen. Und so kam es. Von weiten ganz klein, aber wahrhaftig groß standen sie nun inmitten des Stadions und bereiteten sich auf ihr Rennen vor.

#readytorace. Fotocredit_Thomas Sobczak

Wer es hierher geschafft hat, der hat einen langwierigen Kampf erfolgreich hinter sich gebracht – auch wenn der Wettkampf selber nicht bei jedem zufriedenstellend ausging oder verletzungsbedingt gar nicht erst bestritten werden konnte.

Aber sie standen und stehen immer wieder auf, fassen aufs Neue Mut und werden früher oder später für diesen Einsatz belohnt – in diesem oder einem anderen besonderen Rahmen.

Mit gerade mal 18 Jahren holt sich der schwedische Stabhochspringer Armand Duplantis die Goldmedaille, indem er die stolze Marke von 6,05m unter sich lässt! Fotocredit_Thomas Sobczak

Erzähle mir deine Geschichte

Die Leichtathletik EM in Berlin hat die besondere Gelegenheit genutzt, aufzuzeigen, was diesen Sport auszeichnet.

Es ist ein Wechselbad der Gefühle – zwischen Höhen und Tiefen, überraschenden Erfolgen und schmerzlichen Rückschlägen, mutwilligem Kampfgeist und Hoffnungslosigkeit, Überschwänglichkeit und konzentrierter Stille. Ein Sport, der gegensätzlicher nicht sein kann und der sich auch nicht verallgemeinern lässt. Genauso wie die Ergebnislisten nicht im Geringsten widerspiegeln, was hinter den Leistungen steckt. Vorrangig geht es nämlich auch darum, welcher Mensch sich dahinter verbirgt und nicht allein welcher Sportler.

Im Gespräch mit dem 1500m-Läufer Timo Benitz. Fotocredit_privat

Die Leichtathletik ist auf der einen Seite so reich – an Emotionen, Menschlichkeit, überdurchschnittlicher Leistungsfähigkeit – und auf der anderen Seite bedürftig, weil die Aufmerksamkeit einfach zu kurz kommt bzw. der Fokus oft falsch gelenkt wird.

Es sind aber die Hintergründe, die begeistern und besondere Geschichten erzählen. Und viele wurden uns in Berlin vor heimischem Publikum vorgetragen und hat man sie uns miterleben lassen. Danke #BEM2018

Hier findet ihr noch eine bewegte Zusammenfassung

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