Ramona Richter

Physio meet’s Seelenklempner

Was uns Menschen und Sportler „bewegt“. Es geht nicht allein darum, welche physischen Voraussetzungen gegeben sein müssen, dass wir leistungsfähig bleiben, sondern auch, welche psychischen Faktoren auf die Leistungsfähigkeit Einfluss nehmen. Was uns antreibt oder ausbremst und damit möglicherweise auch den besten physischen Voraussetzungen einen Strich durch die Rechnung macht.

Wer langfristig leistungsfähig sein möchte, muss also nicht nur physisch fit sein. Der Gang zum Physiotherapeuten mag zwar genauso wie das regelmäßige Training zum Leistungssport dazugehören, der Gang zum Sport-Psychologen dagegen weniger. Entweder, weil dem Thema noch immer zu wenig Beachtung geschenkt wird oder/beziehungsweise genau deswegen, es uns schwerfällt, offen damit umzugehen.

Dabei ist die sportpsychologische Betreuung genauso wichtig und leistungsfördernd wie das Training und ihr kann ebenso wie der Physiotherapie ein regenerativer Effekt abgewonnen werden. Falsche Auffassungen oder ein geringfügiges Wissen über die Wichtigkeit und Nützlichkeit von „Mentalem Training“ halten die Athleten davon ab, ihre Leistungsfähigkeit zu optimieren und sie verzichten (un-)freiwillig auf verschiedenste Möglichkeiten, die eine solche Betreuung beispielsweise auch in verletzungsbedingten Zwangspausen mit sich bringt.

Was soll ich beim Seelenklempner?

Wenn jemand psychologische Hilfe in Anspruch nimmt, wird der „Gang zum Seelenklempner“ gerne mal belächelt und unsensibel abgestempelt. Dabei sollte es die Aufgabe der zuständigen Funktionäre und Verbände sein, den Wert hinter psychologischen Interventionen zu erkennen und den Athleten entsprechende Möglichkeiten anzubieten.

Es versteht sich von selbst, dass bei physischen Beschwerden einen entsprechenden Facharzt oder Physiotherapeuten aufsuchen. Selbiges sollte für psychische Belange gelten, um mögliche Hemmschwelle zu nehmen, die teils noch immer in unseren Köpfen bestehen. Die Art, WIE über ein solches Thema kommuniziert wird, ist entscheidet.

Oft hilft es schon, von „Coaching“ anstatt Psychotherapie zu sprechen.

Fest steht, dass jeder Mensch in seinem Leben mit Dingen konfrontiert wird, die ihre emotionalen Auswirkungen haben. Speziell im Leistungssport kann an dieser Stelle der bleibende Leistungsdruck, verletzungsbedingte Zwangspausen oder finanzielle Unsicherheiten und Existenznöte genannt werden. Eine psychische Belastung, die sich auf Dauer auch körperlich auswirkt und dass das psychische Befinden, sich auch auf das physische auswirkt, ist unlängst bekannt. Und trotzdem ist vielen die Bedeutung und Tragweite nicht bewusst und welch einen unterstützenden Effekt die sportpsychologische Betreuung oder ein Mentales Training hat.

Im Mentalem Training beispielsweise ist nicht allein die gedankliche Ansteuerung von Muskeln gemeint, um Muskeln trotz physischer Regungslosigkeit einen Reiz auszusetzen (beispielsweise um den Muskelschwund in Verletzungsphasen möglichst klein zu halten) oder Ausübung von Bewegungen gemeint, um die Abläufe zu optimieren. Mentales Training greift viel weiter und soll unter dieser Kategorie thematisiert werden.

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