Ramona Richter

Gemeinsam zur Duathlon WM nach Zofingen

#Throwback

„Ich fahre mit meinem Zeitfahrrad durch ein Wohngebiet stadtauswärts. Plötzlich nehme ich in meinem rechten Augenwinkel ein Schatten wahr, versuche auszuweichen, kollidiere dennoch und überschlage mich samt Rad. Der Carbonrahmen und weitere hochwertige Komponenten werden irreparabel zerstört. Ich dagegen komme zumindest nur mit Schürfwunden und einer Schulterprellung davon.“

Noch immer benebelt wird aber trotzdem klar, dass ein Fußgänger hinter einem am Strassenrand geparkten Kleinbus blindlings und unvermittelt auf die Straße getreten ist und den Radfahrer übersehen hat, sodass es zu einer Kollision kam. Wie der vom Landgericht Dortmund bestellte Sachverständige im Verfahren schilderte, wurde die in diesem Bereich zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht überschritten. Das Landgericht sah demnach die vollumfängliche Schuld und Haftung beim Fußgänger. Allerdings ist diese nicht haftpflichtversichert und mittellos, sodass der Schaden nicht reguliert werden kann.

Der Mann auf dem Rad

Simon Hoyden widmet sich als Leistungssportler dem Laufen-Radfahren-Laufen (Duathlon) mischt aber auch gerne Mal die flüssige Komponente unter (Triathlon).

Seit 2013 versucht er seine Stärken im Ausdauerbereich weiter auszubauen und konnte 2014 und 2016 im Duathlon in seiner Altersklasse jeweils den Deutschen Meistertitel holen. Dazwischen konnte er sich 2015 auf der Duathlon Langdistanz beim Powerman Rennen im schweizerischen Zofingen einen weiteren Altersklassensieg erkämpfen.

In diesem Jahr möchte der 30-Jährige aufs Neue den WM-Titel sichern – allerdings mit funktionstüchtigem Zeitfahrrad und hoffentlich bleibender Gesundheit.

Dankbar gesund (geblieben) zu sein, um jetzt weiter zu kämpfen

So wie Simon hofft, gesund an den Start gehen zu können, hofft und baut er gleichzeitig auf Unterstützung Dritter, um die Reparatur seines Rads zu finanzieren. Die notwendigen, knapp 6.000 Euro (gemessen am Kostenvoranschlag des Radladens „Die Edelhelfer“) kann er nämlich als Student und Leistungssportler trotz Trainerjob nicht alleine stemmen. Die Idee: eine Crowdfundingaktion 

Damit kann Simon offiziell um Hilfe bitten und seinen Unterstützern gleichzeitig etwas zurückgeben – und zwar mit unterschiedlichen Prämien (gemessen an der jeweiligen Spendensumme). 

Extra Hindernisse

Leistungssportler leben und kämpfen für ihre Leidenschaft. Auf der anderen Seite kann aber kaum einer davon leben und muss schließlich einen Weg finden, um sich abzusichern. Die duale Karriere, die umso mehr Leidenschaft einfordert, um zeitgleich seine sportlichen Ziele weiter verfolgen zu können.

Das dieser Weg nicht leicht ist bzw. leicht wird, weiß man. Dass es einem aber durch einen unglücklichen Unfall umso schwerer gemacht wird, kann man nicht vorhersehen. Und dann hängt es nicht mehr alleine von der Stärke unserer Leidenschaft ab, sondern von jenen Menschen, die uns unter die Arme greifen und aufhelfen.

#nichtohnemeinteam

Aus dem Einzelkämpfer formiert sich also ein Team, mit dem Simon jetzt bei der WM sinnbildlich an den Start gehen möchte bzw. alleine kann er es nicht.

Wir sind oft genug auf uns alleine gestellt und machen zurecht Leistung und Erfolg an uns selbst fest. Denn jeder ist anders, jeder kann etwas anderes und jeder siegt und verliert irgendwann – auch wenn es objektiv betrachtet nicht jeder als Sieg oder Niederlage festmachen würde. Es sind ganz individuelle Ziele, die wir uns stecken, persönliche Umstände, die uns beeinflussen, eigene Ideale, wonach wir streben. Wir sind Einzelkämpfer.

Dennoch sollte niemand bei schmerzlichen Rückschlägen allein gelassen werden – weder im Sport noch daneben. Teamwork.

Daher erscheint es mir nur fair, Simons Anliegen mit diesem Aufruf zu unterstützen. Schaut doch mal auf der offiziellen Homepage seines Projektes vorbei. 

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