Ramona Richter

Ein Blick ins Tagebuch

Perfekter Übergang gestern Abend (23. Juni 2018): Abpfiff mit einem 2:1 für #diemannschaft bei der Fußballweltmeisterschaft in Russland gefolgt vom Startschuss über 10.000m beim Mittsommerlauf in Regensburg.

Hier gab es am Ende auch ein 2:1!

Bei den Frauen reihten sich zwei neue Kandidatinnen unter die Top Drei über 10.000m für die Leichtathletik Europameisterschaften in Berlin im Sommer ein: Alina Reh (SSV Ulm 1846) meldete sich mit 32:17,17min nach Verletzungspause siegreich im Renngeschehen zurück und auch Anna Gehring (ASV Köln) überzeugte mit 32:20,37min.
Marathon-Ass und Lokalmatador Philipp Pflieger konnte bei den Männern auf dem Viertel seiner Paradestrecke glänzen und nach 28:41,75min die nächste EM-Norm (28:55min) unterbieten!

Aber schauen wir noch einmal zurück… 

Von den 90min im Fußball bzw. 25 Runden à 400m zählt am Ende wie so oft nur das Ergebnis. Welche Spannungskurven der Kampf unterdessen nahm, wie sehr gebissen und gekämpft, knapp verfehlt oder bereits im Vorwege geleistet wurde, fällt unterm Strich leider nicht in die Summe mit hinein.

Wie auch gestern bei Miriam Dattke (LG telis Finanz Regensburg) und Sabrina Mockenhaupt (Laufteam Haspa Marathon Hamburg). Beide haben die Norm über 10.000m (32:55,00min) bereits erfüllt – Miriam beim Europacup in London mit 32:40,58min und Sabrina vor gut zwei Wochen im niederländischen Leiden mit 32:38,22min.

Miriam konnte sie gestern mit 32:44,79min zwar noch einmal bestätigen, trotzdem zählen beide damit aus deutscher Sicht nicht mehr zu den Top Drei über 10.000m. An dritter Position steht laut Bestenlisten nämlich die in den USA wohnhafte Natalie Tanner mit 32:36,15 min.

Beide werden auch nicht mehr die Möglichkeit bekommen, nachzuziehen, denn der Nachweiszeitraum endet am kommenden Sonntag (01. Juli 2018).

Selbstverständlich respektiert und wertschätzt man die Leistungen der anderen, aber ist dennoch frustriert und fühlt sich trotz Erfolge am Ende leer.

Es ist Schade, dass nach so vielen starken Auftritten oft ein Wettkampf alles wieder umwerfen kann. Aber wenn das eine Rennen über mehr entscheidet, hilft es nicht, was alle anderen Leistungen in der Summe gezeigt haben. Dann muss man jenes absolute Ergebnis hinnehmen.

Trotzdem sollte man innerlich weiter relativ denken und stolz auf das sein, was bereits geleistet wurde. Denn jeder konnte bereits eindrucksvoll überraschen, unerwartet einen raus hauen, Zweifler eines Besseren belehren und den größten Kritiker (wie es im Leistungssport oft der Leistungssportler selber ist) überzeugen.

Auch wenn eine bedeutsame Rechnung also am Ende nicht aufgeht und der Soll-Wert zwar erreicht, aber im Vergleich nicht ausreicht, dann IST und bleibt der persönliche Erfolg.

Blättert also häufiger in eurem inneren Tagebuch und besinnt euch eurer Stärke! Erinnert euch an einmalige Momente. Wertschätzt zurückliegende Leistungen und bleibt mutwillig und von der Leidenschaft angetrieben, wofür ihr tagtäglich kämpft.

Alles, was wir investieren, zahlt sich irgendwann aus! Und auch wenn der Lohn objektiv nicht langt, sollte er es subjektiv tun!

Habt das Vertrauen, dass am Ende schon alles so kommt, wie es kommen soll! Und meistens ist es ein #comebackstronger

Bleibt also zuversichtlich u.a. auch die Marathonis Julian Flügel und Hendrik Pfeiffer – denn beispielsweise Alina Reh gestern, Tom Gröschel beim METRO Marathon Düsseldorf oder Jana Sussmann über 3.000m Hindernis im polnischen Goleniów haben es nach längerer Verletzungspause gezeigt. Und eine Sabrina Mockenhaupt hat dies trotz fortgeschrittenem Alter immer wieder bewiesen! #fokusneuausrichten

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