Ramona Richter

#COVID-19

Die Welt macht eine 360° Drehung und wir sind mittendrin. Aber macht sie das nicht immer?

Ob wir wollen oder nicht, die Welt dreht sich immer weiter. Ich dagegen bleibe stehen und sichere mich jetzt erst einmal nach links und rechts ab, bevor ich weitergehe. Das habe ich bislang nicht wirklich getan. Ich renne auch nicht mehr über rot, um Sekunden zu gewinnen. Ich halte an, halte inne und mich an die Regeln – aus Rücksicht den anderen gegenüber. Denn sobald Menschenleben in Gefahr sind und ich mit meiner Vorsicht auch nur ein Leben retten kann, dann bleibe ich verdammt noch mal stehen.

#saftyfirst

Ich nehme mich zurück und passe mich an, denn die anderen wissen es gerade einfach besser – auch wenn keiner wirklich weiß, was noch auf uns zukommt. Es mag einen als Gewohnheitstier zuerst schwer fallen, von jetzt auf gleich die sicheren Routinen abzulegen und sich auf unbestimmte Zeit von seinem Alltag zu verabschieden. Aber jetzt wird nicht gezögert. Kein wenn und aber.

Kein Hinterfragen, dafür aber ein Reflektieren der Situation, des eigenen Lebens, der persönlichen Einstellung. Was lernen wir daraus, was nehme ich mit? Erkenntnisse und Einsichten, für die im gestressten Alltag häufig der ruhige Moment fehlt. Aber genau jetzt ist so ein Moment, in dem uns vieles bewusst wird. So auch der Fakt, dass sich von jetzt auf gleich alles ändern kann.

Hand in Hand

Die Welt mag sich zwar weiterdrehen, aber das Leben steht still. Aus bunt wird schwarz weiß. Aus weniger mehr. Gezwungenermaßen auf das Wesentliche beschränkt, steigt im Gegenzug die eigene Wertschätzung. Wir erkennen, worauf es im Leben wirklich ankommt und jetzt besonders auf jeden einzelnen von uns. Denn wir müssen zusammenhalten und uns (trotz unerlaubtem Händeschütteln) gegenseitig die Hand reichen, um Hand in Hand gegen die Unberechenbarkeit des Virus vorzugehen. Eine Menschenkette – einmal um die Welt.

Und auf einmal wirkt es so, als hätten wir die Welt wieder unter Kontrolle. Auf einmal fühlen wir uns trotz Isolation nicht allein. Wir alle sitzen im selben Boot. Es fängt bei dir an und hört bei mir auf, sodass sich die globale Menschenkette am Ende wieder schließt. Wenn jeder anpackt, können wir die Welt umarmen und damit früher oder später auch wieder unseren Nebenmann.